Promi-Alarm in Luxor: Der Tag, an dem ich fast berühmt wurde

Es begann wie ein normaler Urlaubstag.
Sonne, Pool, Cocktail – die perfekte Kombination, um nichts zu tun und sich dabei trotzdem wichtig zu fühlen. Alles war ruhig, alles war normal.

Bis plötzlich ein kleines, aber entscheidendes Detail alles veränderte. Ein winziger Augenblick, der aus einem unspektakulären Tag etwas machen konnte, das man im Nachhinein vielleicht „den Beginn einer großen Karriere“ nennen würde. Oder auch nicht. Manchmal ist es schwer, den Unterschied zu erkennen, wenn man nur am Pool sitzt und die Hitze die Gedanken ein wenig durcheinanderbringt.

Welcher Promi diesen Tag für mich unvergesslich machte und wie ich dadurch fast berühmt wurde – das erfährst du in diesem Beitrag.

Flugzeug

Prolog

Juli 2023. Luxor.

Es ist heiß. Sehr heiß. Die Wetter-App zeigt 45 °C an.
Vorausschauend, wie ich nun mal bin, habe ich meine Sightseeing-Tour bereits am frühen Vormittag erledigt, um nicht von der unbarmherzigen ägyptischen Mittagssonne gegrillt zu werden – und damit ich einen anständigen Nachmittag am und im Hotelpool verbringen kann.

Im Pool überlege ich, wie ich meinen Freund, der es sich gerade mit einem Cocktail auf der Liege bequem gemacht hat, beeindrucken könnte. „Guck mal, was ich kann!“, rufe ich ihm zu. Dann tauche ich ab und versuche einen Handstand unter Wasser. Als ich wieder auftauche, grinse ich ihn an. „Und?“, frage ich erwartungsvoll. „Ja, toll“, antwortet er eintönig und nimmt einen kräftigen Schluck von seinem Piña Colada. „Na klasse“, denke ich eingeschnappt, „der ist definitiv nicht mein Publikum.“

Guck doch, wer da ist!

Genervt steige ich aus dem Pool. Er hätte meine Vorstellung schon ein bisschen mehr wertschätzen können. Enttäuscht lasse ich mich auf die Poolliege neben meinen Freund plumpsen.
Mir ist langweilig. „Wollen wir was spielen?“, frage ich hoffnungsvoll. „Klar“, antwortet er genervt, „wer am längsten untertauchen kann. Du fängst an.“ – „Doofes Spiel“, gebe ich zurück und krame stattdessen in meiner Tasche nach den UNO-Karten, die ich für alle Fälle immer dabeihabe. „Los, lass Karten spielen!“, befehle ich. Mein Freund, der eigentlich nur in Ruhe seinen Piña Colada trinken wollte, stimmt seufzend zu.

Während ich die Karten sorgfältig mische, damit er bloß keinen Vorteil hat, schweift mein Blick über die Pool-Landschaft. Kann man nicht meckern, denke ich, und wünsche mir mal wieder, die Sommerferien wären endlos.

Plötzlich nehme ich aus dem Augenwinkel etwas wahr: ein paar Menschen, die einem Mann hinterherlaufen. Mein Blick bleibt an ihm hängen. Ein paar Sekunden braucht mein Hirn, um zu realisieren, was da gerade passiert.
„Oh mein Gott! Oh mein Gott! Guck doch!“, presse ich in besonders hoher Stimmlage hervor und starre meinen Freund mit weit aufgerissenen Augen an. „Was ist denn?“, will er wissen – und ich frage mich ernsthaft, ob er blind ist. „Guck doch, wer da ist!!“, stoße ich hervor und merke, dass ich vor Aufregung das Atmen vergessen habe. „Was? Wo denn? Wer denn?“, fragt er. – „DA IST HARALD GLÖÖCKLER!!!!!“, brülle ich.

Kannst du bitte aufhören, so zu starren?

Er schaut hin, nickt und sagt: „Ja, cool.“ Ich dagegen werfe sofort die UNO-Karten weg. „Was macht der hier?“, frage ich, beantworte es mir aber gleich selbst: „Der dreht hier bestimmt. Vielleicht kommen wir ins Fernsehen. Das ist Harald Glööckler.“ Mein Freund sieht mich an, als hätte ich nicht alle beisammen. Kann schon sein, ist aber in diesem Moment irrelevant. Ein echter Promi an unserem Hotelpool! Diesen Moment kann mir keiner mehr nehmen.

Ich bemerke, dass Harald Glööckler direkt auf uns zukommt. Naja, nicht wirklich auf uns, aber wenn er so weitergeht, dann zumindest an uns vorbei. Jetzt heißt es: cool bleiben, die Situation beherrschen. Schnell schnappe ich mir die Sonnencreme. „Mach mal Platz“, sage ich zu meinem Freund. Der hat mittlerweile keine Fragen mehr und rutscht einfach zur Seite. Ich setze mich hinter ihn. „Was machst du da?“, fragt er. – „Dich eincremen“, antworte ich. – „Warum?“ – „Weil ich unauffällig den Glööckler beobachten will“, erkläre ich und drücke dabei ein bisschen zu viel Creme aus der Flasche.

Schnell setze ich mir noch die Sonnenbrille auf, mit der ich meine, den nahenden Promi besonders unauffällig beobachten zu können.

Harald Glööckler kommt näher. Ich starre ihn an. „Kannst du bitte aufhören, so zu starren?“, zischt mein Freund. „Du bist echt auffällig.“
„Ich gucke doch gar nicht“, behaupte ich und fühle mich ertappt.

Glööckler schreitet weiter voran. In meiner Aufregung vergesse ich, meinen Freund einzucremen. Mein Kopf dreht sich langsam mit. Mein Mund steht offen.
„Das ist wirklich der Glööckler!“, platzt es lautstark aus mir heraus. Mein Freund fährt zusammen. „Kannst du bitte leiser reden?“, fordert er peinlich berührt, „der hört das doch!“  So ein Quatsch, entgegne ich, das war doch nicht laut, rechtfertige ich mich.

Ich scanne sein Outfit: große mit Strasssteinen besetze Sonnenbrille, roter Lippenstift, luftiges Hemd, außerdem vermutlich mehr Goldschmuck als der gesamte Juwelierladen im Luxor-Souk.

Heftig, denke ich. Wenn ich berühmt wäre, könnte ich auch solche abgefahrenen Sachen tragen, und niemand würde mich judgen.

„Jetzt reiß dich bitte mal zusammen“, sagt mein Freund, reißt mich aus meinem Gedankenstrudel und versucht, mir demonstrativ die Sonnencreme wieder aus der Hand zu nehmen.

Dann kommt der Moment: Glööckler läuft genau an uns vorbei. Ich fixiere ihn, bis der letzte glitzernde Schatten seines Outfits hinter den Türen des Hoteleingangs verschwindet.

Das ist mein Durchbruch!

Ich brauche ein paar Sekunden, bis ich realisiere, was gerade passiert ist. Dann schießt es aus mir heraus: „Wir müssen hinterher! Der ist da in dem Gebäude!“ Aufgeregt fuchtle ich mit den Armen hin und her und räume dabei das zweite Mal das UNO-Kartendeck von der Liege.
Mein Freund schaut mich an, als hätte ich gerade vorgeschlagen, spontan den Nil zu überqueren. „Warum sollten wir das tun?“
„Na, weil ich berühmt werde, natürlich!“ sage ich, als wäre das völlig logisch. „Vielleicht entdeckt der mich. Vielleicht kommen wir ins Fernsehen. Wir könnten uns mit dem anfreunden – überleg doch mal!“
Er runzelt die Stirn.
„Was ist denn?“, entgegne ich und greife nach meinem Handy.

„Was machst du da?“, fragt mein Freund misstrauisch.
„Ich such ihn auf Instagram. Vielleicht hat er was gepostet – eine Story oder so. Dann wissen wir, wo er gerade ist.“
Ich tippe hektisch seinen Namen ein. Nichts. Keine aktuelle Story. Nur alte Posts.
„Verdammt“, murmele ich enttäuscht. Mein Freund lehnt sich zurück. „Na, dann ist die Sache ja erledigt.“

Von wegen erledigt! „Wir müssen den finden!“, ermahne ich ihn. Wenn ich Glück habe, wird das mein Durchbruch!“

Kleider machen Leute

Fünf Minuten später stehen wir angezogen am Hoteleingang.
Neben dem Eingang befindet sich ein kleiner Souvenirshop, in dem ein Verkäufer „echte Designer-Sonnenbrillen“ anpreist.
Klar, das brauche ich jetzt, denke ich. Ich stopfe meine H&M-Billo-Brille in die Tasche und betrete den Laden.

Eine schwarze Sonnenbrille mit riesigem „BALENCIAGA“-Logo springt mir sofort ins Auge. Perfekt. Wenn ich ihm begegne, muss ich schließlich gut aussehen.
„How much?“, frage ich.
„Forty euro, madam. Real Balenciaga.“
Ich lache. „Na klar. Du hast doch ne Macke!“
Er grinst. „Thirty for you.“
Ich schüttle den Kopf. „Ten.“
„Twenty-five!“
„Fifteen – letzte Chance.“

Er schüttelt den Kopf. Wir treffen uns bei 20. Ich freue mich darüber, ein schnäppchen gemacht zu haben. Der Verkäufer freut sich darüber, mir eine 2 -Euro- Sonnenbrille für das 10-fache verkauft zu haben. Alle sind glücklich,

Ich setze die Brille auf, betrachte mich in der Scheibe und denke: Wenn Glööckler mich jetzt sieht, hält er mich locker für seine Muse.
Mein Freund schüttelt nur den Kopf.
Ich grinse. „Ich komm heut noch ins Fernsehen, das sag ich dir.“

Ein bombensicherer Plan

Mit der Brille auf der Nase – die mich unweigerlich fühlen lässt wie Zsa Zsa Gabor – werde ich zur Strategin.
Wie könnte ich an ihn rankommen? Wo wäre ich, wenn ich Glööckler wäre?
Mein Gedankenkarussell stoppt abrupt, als mein Magen knurrt. Ich schaue aufs Handy. Gleich Zeit für Abendessen. Und da trifft mich die Erkenntnis wie ein göttlicher Geistesblitz: Abendessen!
Natürlich! Wenn wir ihn irgendwo sehen, dann im Restaurant.
„Klarer Fall! Wir müssen ins Hotelrestaurant!“, rufe ich. „Er wird garantiert nicht irgendwo Streetfood essen. Glööckler ist ein Drei-Gänge-Mann!“

Mein Freund seufzt. „Ich fasse das alles nicht mehr.“
Ich ignoriere ihn. Große Karrieren sind selten von Skeptikern begleitet worden.

Ich zerre meinen Freund ins Hotelzimmer, wühle hektisch im Koffer, während ich überlege, was ich anziehe, falls RTL oder VOX zufällig mit am Tisch sitzen.
Vor dem Spiegel lege ich Lippenstift auf, zupfe mein Kleid zurecht und denke: Ein, zwei Gläser Wein, ein charmantes Lächeln – und zack, wir sitzen gemeinsam in seiner nächsten Doku.

Eine halbe Stunde später trete ich vor meinen Freund. Ich sehe unfassbar gut aus.
Er wirft einen Blick auf mich, sagt nichts.
„Los jetzt!“, dränge ich. „Wir wissen nicht, wann er essen geht. Vielleicht ist er schon da!“ Mein Freund wirft sich ein Hemd über und dackelt mir hinterher.

Auf dem Weg zum Restaurant spiele ich in Gedanken alle möglichen Szenarien durch, wie ich mit ihm ins Gespräch kommen könnte.
Ich frage ihn vielleicht einfach ganz beiläufig, welchen Champagner er empfehlen kann. Tu so, als würde ich ihn gar nicht erkennen. Souverän bleiben. Coolness ausstrahlen. Geheimnisvoll. Ein bisschen Hollywood.

Wir erreichen das Restaurant. Ich bin meinem Traum und meinem Ruhm zum Greifen nah. Mein Herz pocht. Meine Hände schwitzen. Ich überlege, die Sonnenbrille aufzusetzen, um geheimnisvoll zu wirken. Vielleicht denkt er dann, ich wäre auch ein Promi. Einen Versuch ist es wert.

Der Ober begrüßt uns freundlich.
„Ein Tisch für zwei“, sagt mein Freund, während ich innerlich hyperventiliere.
Der Ober mustert uns, lächelt höflich – und sagt dann: „Tut mir leid, Dresscode.“

Ich runzle die Stirn. Wie bitte? Ich sehe fantastisch aus! Wenn hier jemand rein darf, dann wohl ich.
Doch der Ober blickt nicht mich an, sondern meinen Freund.
„Kurze Hose“, sagt er knapp. „Damit leider kein Zutritt.“

Ich starre ungläubig auf seine Schienbeine, dann auf ihn, dann wieder auf den Ober.
Mein Freund zuckt mit den Schultern. „Na, dann halt nicht.“ Dann dreht er sich um und geht.

Fazit

Mein Freund hat seit diesem Tag auf jeder Reise mindestens eine lange Hose mit.

Harald, wenn du das liest: Bitte melde dich!

Korallen-Horror: Wie ich fast im Knast landete!

Thailand-Urlaub endet fast im Albtraum! Was ich unbewusst in meinem Koffer hatte, hätte mich beinahe ins Gefängnis gebracht!  Was mir fast zum Verhängnis wurde und wie knapp ich dem Gefängnis entkommen bin, liest du hier!

Alptraumurlaub Kairo: Meine chaotischen ersten 24 Stunden

Alpenüberquerung? Fast! In meinem Blogbeitrag erzähle ich, wie ich mich bei einer 4-stündigen Wanderung gefühlt habe wie Reinhold Messner – nur mit schlechter Kondition und vielen Pausen. Lesenswert für alle, die Outdoor lieben, aber Fitness hassen!

Heißluftballonfahrt in Luxor - oder: „35 years no accident“

Ein Heißluftballonflug über Luxor – klingt nach einem Traum, oder? Doch was passiert, wenn Chaos in der Luft ausbricht? In meinem Blog erzähle ich von spektakulären Aussichten, unerwarteten Wendungen und warum dieser Flug ein unvergessliches Abenteuer war.

Hinweis: Werbung, unbeauftragt! Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt durchaus eine werbende Wirkung beim Leser haben könnte, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt wurde!

Bleib auf dem Laufenden!

Melde dich für meinen Newsletter an und erfahre sofort, wenn ein neuer Beitrag online ist.

Keine Sorge, ich verschicke keinen Spam. Datenschutzerklärung