Fès: Sehenswürdigkeiten und Reisetipps

Marokko gehört zu meinen absoluten Lieblingsländern. Es ist super authentisch, die Menschen sind gastfreundlich und warmherzig, und der ganze Vibe ist einfach einzigartig. Nur ein paar Flugstunden, und schon fühlt man sich wie in einer anderen Welt – wie in 1001 Nacht.

Also habe ich mich auch dieses Jahr wieder nach Marokko aufgemacht. Ziel: Fès. Aber ich war nicht nur in Fès, sondern bin von dort aus auch in die Sahara gereist – ein echter Lebenstraum, der damit endlich in Erfüllung gegangen ist.

In diesem Beitrag erzähle ich dir, was du in Fès auf keinen Fall verpassen darfst. Viel Spaß beim Lesen!

Flugzeug

Fès – die Basics

Lage & Bedeutung
Fès liegt im Norden Marokkos und ist die älteste der Königsstädte. Die Medina ist das Herz der Stadt.

Wie lange bleiben?
Für Fès allein reichen 2–3 Nächte völlig aus.
Wenn du die Sahara gleich mit einplanst, würde ich eher eine Woche einplanen.

Flüge
Ab Frankfurt-Hahn oder Baden-Baden gibt es oft richtig günstige Flüge nach Fès.

Beste Reisezeit
Wir lieben Marokko im Januar/Februar. Die Temperaturen in Fès liegen dann bei milden 15–18 Grad – fühlt sich fast wie Frühling an. Generell sind Frühling und Herbst die beste Zeit für einen Besuch: angenehm warm, nicht zu heiß und ideal, um die Stadt mit der Sahara zu kombinieren.
Sommer würde ich vermeiden. Gerade in Fès plus Wüste wird es einfach zu heiß.

Highlights in Fès

Das Blaue Tor – Bab Bou Jeloud 

Das Blaue Tor ist das Wahrzeichen von Fès und der schönste Eingang in die alte Medina – ein perfekter Startpunkt für deine Erkundungstour durch die verwinkelten Gassen der Altstadt. Errichtet Anfang des 20. Jahrhunderts, hat sich das Tor schnell zu einem Symbol der Stadt entwickelt: Die auffälligen blauen Kacheln auf der Stadtseite stehen für Fès, während die grüne Seite nach innen die Farben des Islams widerspiegelt.

Medina von Fès

Wenn du das Blaue Tor durchschreitest, stehst du mitten in der Medina von Fès – auch bekannt als Fès el Bali. Und dann gibt es kein Zurück mehr. Vor dir liegt ein riesiges Labyrinth aus schätzungsweise 9.000 Wegen und Gassen. Die Medina von Fès gilt übrigens als die größte Altstadt Nordafrikas.

Google Maps kannst du hier ziemlich vergessen. Das GPS springt, Wege werden falsch angezeigt und verlaufen wirst du dich ziemlich sicher.

Was du wissen solltest: Viele Marokkaner werden dir ihre Hilfe anbieten. Manche zeigen dir ehrlich den Weg, andere erwarten am Ende Geld. Eine beliebte Masche ist der Satz: „Dieser Weg ist gesperrt“, gefolgt von einem alternativen Weg, den man dir natürlich gerne zeigt. Am Ende geht es oft um Bakschisch (Trinkgeld).

Ein kleiner Trick zur Orientierung  (du wirst mir dafür sehr dankbar sein, versprochen): Achte auf die Straßenschilder an den Häusern. Sind sie viereckig, ist der Weg offen und führt weiter. Sechseckige Schilder bedeuten meist Sackgasse – dann viel Glück!

Echte Hilfe erkennst du übrigens daran, dass sie kurz, unaufdringlich und kostenlos ist. Niemand läuft dir lange hinterher oder fordert sofort Geld.

Wenn du dich gar nicht zurechtfindest oder tiefer in die Geschichte eintauchen willst, kannst du auch eine geführte Walking Tour buchen – zum Beispiel über GetYourGuide. Das kann gerade am ersten Tag sinnvoll sein. Wir haben uns ohne Führung durchgeschlängelt. Das hat allerdings nur geklappt, weil mein Freund einen ausgezeichneten Orientierungssinn hat. Wäre ich allein dort gewesen, würde ich jetzt sicher bei einer marokkanischen Familie wohnen, weil ich definitiv nicht mehr zurückgefunden hätte.

Die Medina selbst ist ein Fest für die Sinne: unzählige Souks, überall Gerüche von Leder, frischem Brot, Oliven und Fleisch. Dazwischen Teppiche, Gewürze, Kleidung und Souvenirs. Es ist laut, eng, chaotisch –also genau das, was ich von einer marokkanischen Stadt erwarte.

Die Medina von Fès fühlt sich unglaublich authentisch an. Weniger geschniegelt und touristisch als Marrakesch, dafür ursprünglicher. Es ist keine klassische „Postkarten-Schönheit“ und manchmal riechts auch bisschen komisch. Aber: Die meisten Sehenswürdigkeiten von Fès liegen genau hier  und genau deshalb kommst du an diesem Labyrinth nicht vorbei.

Rainbow Street

Mitten in der Medina läufst du früher oder später durch diese bunte Gassen, die viele als „Rainbow Street“ bezeichnen. Einen offiziellen Namen gibt es hier eigentlich nicht, aber du erkennst die Stelle sofort an den farbig gestrichenen Wänden und bunten Gemälden.

Gerade weil die Medina sonst ziemlich erdig und chaotisch wirkt, sticht dieser Spot sofort heraus.

Die Gasse ist voll mit kleinen, funky Shops und Mini-Galerien, und natürlich gibt es hier mehr als genug Spots für ein etwas anderes Fès-Foto.

Trotzdem: Erwarte keine riesige Sehenswürdigkeit. Es ist eher ein kurzer, cooler Fotostopp als ein Must-see. Wenn du sowieso in der Gegend bist, nimm die Rainbow Street einfach mit. Einen extra Umweg würde ich persönlich nicht einplanen.

Chouara: Die Gerbereien in Fès

Eines der Highlights der Medina und gleichzeitig das Aushängeschild von Fès ist die Chouara Gerberei. Hier wird Leder noch heute gegerbt und gefärbt wie im Mittelalter. Genau das macht den Ort so besonders.

Die Gerberei gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Und das, obwohl es hier wirklich stinkt wie die Hölle.

So findest du hin
Um ins Gerberviertel zu kommen, gilt eigentlich nur eine Regel: immer der Nase nach.

Die Gerberei selbst sieht man aus der Vogelperspektive. Du kennst sicher die berühmten Bilder mit den bunten Färbebecken. Genau diesen Blick bekommst du auch vor Ort. Was man vorher oft nicht weiß: Meist musst du durch ein Lederwarengeschäft laufen, um die Aussicht zu genießen.

Rund um die Gerberei haben viele Ledershops kleine Balkone oder Dachterrassen, von denen man die Gerber bei der Arbeit beobachten kann. Jeder Mitarbeiter wird versuchen, dich in seinen Laden zu locken. Manche wollen am Ende Bakschisch, wenn du nichts kaufst, andere nicht. Teilweise wird auch ein kleiner Eintritt verlangt.

Den besten Blick hattest du meiner Meinung nach bei N10 Tannery Panoramic View, und das sogar kostenlos.

Die Sache mit der Minze
Bevor du die Gerberei erreichst, wird dir ziemlich sicher jemand Minze in die Hand drücken. Ich habe das am Anfang null geschnallt, als ein Mann mit einem Büschel vor mir stand und meinte „for the smell“. Ich wollte erst ablehnen, weil ich mir dachte: Ich weiß doch, wie Minze riecht.

Zum Glück habe ich irgendwann doch zugegriffen. Als ich oben bei den Gerbereien stand, wusste ich auch warum. Es stinkt wirklich erbärmlich. Eine Mischung aus Taubenkot, Verwesung und Ammoniak.

Die Minze vor die Nase zu halten soll helfen. Ich bin auf Nummer sicher gegangen und habe zusätzlich einfach durch den Mund geatmet. War erfolgreich.

Trotzdem: Die Chouara Gerberei ist ein Erlebnis, das du in Fès nicht verpassen solltest. Also: Nase zu und durch!

Medersa Attarine

Mitten in der Medina wartet mit der Medersa Attarine ein echtes Architektur-Highlight. Die ehemalige Koranschule stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist bekannt für ihre unglaublich filigranen Mosaike, Holzschnitzereien und Stuckarbeiten.

Der Eintritt liegt bei etwa 1,50€ und das Schöne: Du kannst die Medersa auch als Nicht-Muslim problemlos besichtigen. Innen erwartet dich ein ruhiger Innenhof, der einen starken Kontrast zum Trubel der Medina draußen bildet.

Meiner Meinung nach lohnt sich der kurze Stopp vor allem, wenn du ein bisschen für marokkanische Architektur übrig hast oder einfach schöne Fotospots suchst.

Madrasa Bou Inania

Die Bou Inania Madrasa ist die bekannteste Medersa in Fès und etwas größer als die Attarine. Auch sie stammt aus dem 14. Jahrhundert und beeindruckt mit aufwendigen Verzierungen, geschnitztem Holz und kunstvollen Fliesen.

Der Eintritt kostet ebenfalls ungefähr 1,50€, und auch hier dürfen Nicht-Muslime hinein, was in Marokko längst nicht selbstverständlich ist.

Wenn du nur eine Medersa besuchen willst, nimm eher die Bou Inania, weil sie etwas weitläufiger ist. Wenn du Zeit hast, lohnt sich aber auch die Kombination mit der Attarine, da beide nur wenige Minuten voneinander entfernt liegen.

Sonnenuntergang auf der Rooftopbar

Nach einem Tag in den geschäftigen Gassen der Medina lohnt sich ein entspannter Tagesausklang. Und wo könnte man den besser verbringen als auf einer der unzähligen Rooftopbars in Fès? Richtig. Fast nirgends.

Die Auswahl ist groß, aber ich habe natürlich ein ganz besonderes Juwel entdeckt: Sama Rooftop Fes. Hier gibt’s nicht nur leckere Cocktails und einen super Blick über die Stadt. Nein. Es gibt noch mehr.

Die Rooftopbar, die eigentlich ein Restaurant ist, gehört zu einem ziemlich luxuriösen Riad El Amine Fes. Und ganz ehrlich: Schon der Weg nach oben ist ein Erlebnis.

Um zum Restaurant zu gelangen, musst du einmal durch das Riad laufen, und ich sag’s dir, du kommst aus dem Staunen nicht mehr raus. Das sieht wirklich aus wie ein Traum aus tausendundeiner Nacht. Wir durften uns in Ruhe umsehen und Fotos machen, und ich habe mich kurz gefühlt wie eine kleine Prinzessin. Hat mir ehrlich gesagt ziemlich gut gefallen.

Alte Stadtmauer von Fès

Wenn du keine Lust auf Rooftopbars hast, aber den Sonnenuntergang trotzdem nicht verpassen willst, gibt es einen anderen richtig coolen Spot: die alte Stadtmauer von Fès.

Von hier hast du einen super Blick über die ganze Stadt. Einfach hinsetzen, vielleicht noch einen kleinen Snacki dazu – fertig ist der perfekte Moment. Den Ausblick genießt du übrigens zu jeder Tageszeit, aber im Licht der untergehenden Sonne wirkt alles gleich ein bisschen schöner.

Ausflüge ab Fès

Ausflug nach Chefchaouen

Der Klassiker unter den Ausflügen ab Fès ist natürlich ein Besuch in der berühmten blauen Stadt Chefchaouen. Mit dem Mietwagen brauchst du von Fès aus etwa 3,5 bis 4 Stunden. Wer kein Auto mieten will, findet auch günstige Tagestouren mit Fahrer, zum Beispiel über GetYourGuide.

Chefchaouen stand schon lange auf meiner Bucket List. Umso trauriger war ich, dass unser Ausflug buchstäblich ins Wasser gefallen ist. Als wir in Fès waren, regnete es in Chefchaouen ununterbrochen – schon Wochen vorher – und die Temperaturen lagen laut Wetter-App bei etwa 10 Grad.

Also haben wir die blaue Stadt schweren Herzens geskippt. Bisschen doof, aber hey: immerhin ein Grund, nochmal nach Marokko zurückzukehren.

Ausflug in die Sahara / Merzouga

Ein anderer Punkt, der schon lange ganz oben auf meiner Bucket List stand, war der Besuch der Sahara. Ich habe immer auf Fotos diese tollen roten Sanddünen gesehen und war jedes Mal sowas von ready.

Dieses Mal war es soweit: Zwei Nächte Wüste, danach wieder zurück nach Fès.

Es gibt verschiedene Angebote. Ein wichtiger Tipp vorweg: Nimm dir Zeit. Ein ein- oder zweitägiger Ausflug ist schlicht zu kurz. Die Fahrtzeit beträgt etwa acht Stunden, und dann siehst du die Sanddünen von Merzouga nur kurz.

Wir haben uns für drei Tage entschieden: eine Nacht in einem Hotel am Fuß der Dünen und eine Nacht im Wüstencamp. Tagsüber haben wir Touren zu Nomaden und kleinen Dörfern gemacht und sind mit Quads über die Dünen gebrettert. Es war unglaublich – die Sahara ist wahrscheinlich das schönste, was ich je gesehen habe. Ich könnte stundenlang davon erzählen und schwärmen.

Gebucht haben wir alles über Desert Smile Tours – top organisiert von Anfang bis Ende.

Demnächst erzähl ich dir auf diesem Blog noch mehr von meiner Wüstentour. Sei gespannt!

💡Insider-Tipp

Wer die Wüstentour persönlich buchen und sparen möchte, meldet sich direkt bei Mohammed: +212 678-944944. Top Service und besserer Preis als über jede Buchungsplattform!

Fazit

Fès ist einfach eine Stadt, die man gesehen haben muss. Sie ist laut, chaotisch und überwältigend  und wenn du in Marokko bist, solltest du sie auf keinen Fall verpassen. Sie lässt sich super mit einem Ausflug in die Sahara kombinieren – ein Erlebnis, das ich wirklich jedem empfehle.

Auch dieses Mal bin ich wieder total beeindruckt aus Marokko zurückgekehrt und ich weiß jetzt schon: Es wird auf keinen Fall mein letzter Besuch gewesen sein.

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