3 Tage Sahara in Merzouga – meine Erfahrung in der marokkanischen Wüste
Die Sahara stand schon ewig auf meiner Bucket List. Immer, wenn ich auf Instagram oder Reiseblogs diese komplett absurden Bilder von endlosen Sanddünen und orangefarbenem Himmel gesehen habe, wusste ich: Ja, da sehe ich mich.
Im Januar war es dann so weit: Ein Besuch in Fès mit einem 3-Tages-Trip in die Sahara stand an. Und je näher der Trip rückte, desto aufgeregter wurde ich. Meine Erwartungen waren ziemlich klar: Riesige Dünen. Ich mit coolem Tuch, das im Wüstenwind weht. Ich mit Beduinen am Lagerfeuer. Ich neben einem Kamel.
Gebucht haben wir unsere 3-Tages-Tour ab Fes über GetYourGuide. Bezahlt haben wir ungefähr 210 Euro pro Person – ein Schnäppchen für einen Traum.
Und Spoiler vorweg: Es war tatsächlich ein Traum aus 1001 Nacht – die Sahara war der erste Ort, den ich besucht habe, der mindestens genauso schön aussah wie auf Bildern. Vielleicht sogar schöner.
In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meinen 3-Tages-Trip in die Sahara. Und ich verspreche dir: Du willst danach dann auch dort hin.
Tag 1 – 8 Stunden Autofahrt und ein Sandsturm
Mein Abenteuer startete früh am Morgen. Genauer: 7:30 Uhr. Außer ein paar Katzen, die wohl mein Lunchpaket gerochen hatten, meinem Freund und mir schien um diese Uhrzeit noch niemand in Fes wach zu sein. Unser Fahrer war pünktlich, der Van völlig in Ordnung und ehrlich gesagt war ich einfach nur aufgeregt, dass es endlich losging.
Der erste größere Stopp war Ifrane – auch bekannt als „die Schweiz Marokkos“. Die Stadt im Atlasgebirge wurde wohl von irgendwelchen übermütigen Franzosen nach dem Vorbild eines Schweizer Bergdorfs erbaut. Viele feiern diesen Ort total, mich hat er ehrlich gesagt nicht vom Hocker gerissen. Es sah ein bisschen aus wie eine normale deutsche Kleinstadt. Lag aber vielleicht auch am grauen Himmel. Der kalten Luft. Oder an mir.
Danach ging es weiter zu den berühmten Berberaffen. Leider war es an dem Tag so kalt, dass sich absolut kein Affe blicken ließ. Das war traurig, aber ich mache ihnen keinen Vorwurf.
Mittags machten wir einen Stopp bei einem Buffetrestaurant. Das Essen musste extra bezahlt werden, war aber ganz lecker und für marokkanische Touristenstopps absolut okay. Man konnte nicht großartig meckern.
Später hielten wir noch am Ziz-Tal für einen kurzen Fotostopp. Ich posierte lässig vor den Palmenhainen.
Kurz vor der Wüste gab es noch einen Halt bei einem Souvenirshop. Da wurde ich ja skeptisch. Wenn auf Touren Souvenirshops angefahren werden, ist das ja meist kein gutes Zeichen. Muss aber gestehen: Hier war es anders. Man konnte sich für die harte Zeit in der kargen und trockenen Wüste Essen und Trinken kaufen. (Muss man aber nicht, die Wüste hat bessere Infrastruktur als Brandenburg.) Und – Achtung, das ist jetzt wichtig – Tücher. Ja, Tücher. Diese traditionellen Tücher, die auch die Beduinen tragen, um sich vor Sand in Gesicht und Haar zu schützen. Habe hier den Fehler meines Lebens gemacht und kein Tuch gekauft. Ich ärgere mich bis heute über diese selten dumme Entscheidung. Stellt euch vor! Ich mit Tuch im Haar. In der Wüste. Bei Sonnenuntergang. Ich hätte unglaublich ausgesehen.
Die Autofahrt dauerte insgesamt ungefähr acht Stunden. Allerdings hatte der Van W-LAN und die Landschaft, die an uns vorbeizog, war wirklich nett anzusehen. Auch durch die Stopps war die Fahrt dann doch irgendwie gut machbar.
Nach unserer Ankunft in Merzouga sollten wir eigentlich ein Wüstencamp beziehen. Eigentlich. Petrus hatte da nämlich andere Pläne. Ein Sandsturm zog auf (ein Tuch hätte an dieser Stelle geholfen). Die Guides entschieden deshalb spontan, uns nicht in die Dünen zu bringen, sondern in ein Hotel in Merzouga. War eine gute Entscheidung. Auch hier konnte man nicht meckern. Unser Hotel (dessen Namen ich leider vergessen habe) war fabelhaft – überhaupt gibt es in Merzouga sehr viele schöne und neue Hotels, die direkt am Fuße der Dünen liegen.
Wegen des Sandsturms passierte an diesem Abend nicht mehr viel. Aber das Abendessen war absolut göttlich. Ich schwöre, in Marokko werden Portionen serviert, als wolle man eine Großfamilie satt bekommen. Aber zum Glück bin ich eine gute Esserin. Hatte danach aber trotzdem Foodkoma.
Tag 2 – Dünen, Quads und der schönste Sonnenuntergang der Welt
Am zweiten Tag startete endlich unser richtiges Sahara-Abenteuer.
Vormittags machten wir eine Wüstentour mit einem ortskundigen Guide. Die Tour dauerte ungefähr vier Stunden und fand mit einem 4×4 statt. Dabei fuhren wir durch die Dünenlandschaft und machten verschiedene Stopps. Das Highlight war aber ganz klar der Moment, als wir aus dem Auto stiegen und einfach durch die Dünen liefen. Ich würde gerne erklären, was ich dabei gefühlt habe, aber ich kann es nicht. Es war so unglaublich, dass kein Adjektiv dem gerecht werden würde. Dieser Ort fühlt sich komplett surreal an. Man sieht wirklich nur Sand. Riesige Dünen. Absolute Ruhe. Ich hatte zwischendurch wirklich das Gefühl, auf einem anderen Planeten zu sein.
Während der Tour besuchten wir außerdem eine Nomadenfamilie und erfuhren mehr über deren Alltag und Leben in der Wüste. Das war der Hammer. Danach ging es weiter nach Khamlia, wo wir traditionelle Gnawa-Musik hörten. Habe dazu mit den Einheimischen getanzt, jedoch nicht viel Rhythmusgefühl bewiesen, daher werde ich das an dieser Stelle nicht weiter ausführen.
Die Tour kostete nochmal extra – ungefähr 100 Euro pro Tour – aber ich kann sie wirklich nur empfehlen. Gerade der Einblick in das Nomadenleben hat die Erfahrung nochmal viel besonderer gemacht.
Am Nachmittag wurde es dann etwas actionreicher. Wir buchten spontan eine Quad-Tour und bretterten durch die Dünen. Sehr schnell. Sehr staubig. Sehr spaßig. Das Ganze konnten wir super unkompliziert per WhatsApp organisieren.
Abends ging es dann endlich ins Wüstencamp.
Man konnte entweder mit dem Auto fahren oder auf Kamelen reiten. Wir entschieden uns fürs Fahren. Ich hatte nämlich ehrlich gesagt ziemlich schlechte Erfahrungen mit Kamelen in Agadir und der Agafay-Wüste gemacht, wo die Tiere teilweise wirklich nicht gut behandelt wurden.
Umso überraschter war ich, wie gesund und entspannt die Kamele in der Sahara wirkten. Unser Guide erklärte uns außerdem, dass die Tiere in der Wüstenregion deutlich besser behandelt werden als in vielen touristischen Orten Marokkos. Das hat mich sehr beruhigt. Habe dann ein Kamel gestreichelt statt es zu reiten. Das war auch schön.
Unser Camp war eher basic. Wir hatten zwar ein eigenes Badezimmer direkt im Zelt, allerdings keine Heizung oder Klimaanlage. Naja, und wir waren im Januar vor Ort. War also bisschen frisch in der Nacht.
Luxuriösere Camps gibt es natürlich auch – kosten aber entsprechend mehr. Und wir sind schließlich Sparfüchse.
Nach dem Bezug des Camps fuhren wir nochmal in die Dünen, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Habe viel erwartet. Aber es hat mich komplett umgehauen. War tatsächlich einer der schönsten Momente meines Lebens. Bekomme jetzt noch Pipi in den Augen, wenn ich daran zurückdenke.
Man konnte dort übrigens auch Sandboarding ausprobieren. Hab ich aber lieber gelassen. Bin ein Körperklaus und hätte mir sicher was gebrochen.
Später ging es zurück ins Camp.
Abends gab es dann wieder unglaublich gutes Essen, ein Lagerfeuer mit den anderen Gästen und traditionelle Musik unter dem Sternenhimmel.
Tag 3 – Zurück nach Fes
Am dritten Tag ging es nach dem Frühstück leider schon wieder zurück nach Fes.
Die Rückfahrt verlief auf derselben Strecke wie die Hinfahrt. Die Rückfahrt fühlte sich allerdings deutlich kürzer an. Das lag nicht zuletzt an unserem lieben Guide Mohammed, der uns ganz viel über Land und Leute erzählt hat.
Ich kann wirklich sagen:
Die Sahara war einer der beeindruckendsten Orte, die ich jemals gesehen habe.
Was man vor einer Sahara-Tour wissen sollte
- Die Fahrt ist wirklich lang – lohnt sich aber absolut.
- Achtet unbedingt darauf, ob euer Camp eine Heizung oder Klimaanlage hat.
- Im Sommer (Juni bis August) würde ich die Tour persönlich nicht machen. Viel zu heiß.
- Plant genug Geld für zusätzliche Aktivitäten ein.
- Macht unbedingt eine Tour mit Einblick ins Nomadenleben.
- Macht keine 2-Tages-Tour. Das ist zu kurz! 3 Tage sind optimal. Länger geht immer.
- Die Touren werden ab Fes und Marrakesch angeboten. Entweder ihr fahrt dann zu eurem Startpunkt wieder zurück oder ihr fahrt die Tour Marrakesch – Sahara – Fes oder Fes – Sahara – Marrakesch. Wenn ihr das erste Mal in Marokko seid und/oder beide Städte noch nicht kennt und länger als 7 Tage Zeit habt, dann fahrt nicht den gleichen Weg wieder zurück. Nutzt die Gelegenheit, beide Städte mit der Sahara zu kombinieren.
- Und bitte: Kauft euch dieses Tuch im Souvenirshop. Lernt aus meinen Fehlern.
💡Insider-Tipp
Wer die Wüstentour persönlich buchen und sparen möchte, meldet sich direkt bei Mohammed: +212 678-944944. Top Service und besserer Preis als über jede Buchungsplattform!
Mein Fazit
Die Sahara in Merzouga war der schönste Ort, an dem ich jemals war.
Ich bin bis heute komplett begeistert von dieser Landschaft und dieser besonderen Stimmung dort. Für das erste Mal würde ich definitiv eine organisierte Tour empfehlen.
Beim nächsten Mal würde ich aber wahrscheinlich auf eigene Faust reisen und länger bleiben.
Denn eines ist sicher:
Ich komme zurück.
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